Mine & Suri

Wie die Räubermine auf den Surihund kam

Nach jahrelangem Überlegen kam der Entschluss: Ab 2015 sind wir mit Hund!

Ein Tierheimhund sollte es sein und  durch ein paar Tipps wurden wir auf das Tierheim am See aufmerksam.

 

Freund und ich verguckten uns beide - leider nicht in denselben Hund. War nicht schlimm, denn wir wollten "nur mal schauen". Also im Tierheim angerufen und einen Besuch ausgemacht. An einem verregneten Novembertag machten wir uns zu dritt (natürlich war Nina als "objektiver Berater" mit dabei) auf den Weg nach Eisenhüttenstadt.

Am Ziel angekommen wurden wir von einer Lady des Tierheims freundlich begrüßt. Sie zeigte uns jeden der Hunde, mit einer kurzen Wesensbeschreibung und dem Grund und der Dauer des Aufenthaltes. Trotz ihres lachenden Einwandes "Eigentlich beschäftige ich mich mehr mit den Katzen." bemerkten wir schnell, wie wichtig es den Menschen dort ist, die Tiere bestmöglichst an die richtigen Interessenten zu vermitteln.

Ich entdeckte Hündin Raya, meinen heimlichen "Favoriten". Sie wurde als Angsthund beschrieben und in einem schlechten Zustand aus einem anderen Tierheim geholt. Ich versuchte einen Blick auf sie zu erhaschen. Ein auf- und abhüpfendes schwarz-braun-gelbes Fellwesen machte es mir schwer.

Wir besprachen mit Raya spazieren zu gehen. Während die Tierheimlady Geschirr und Leine holte, durfte ich schon den Zwinger betreten.

Mein Versuch mich an dem hüpfenden Etwas vorbeizudrängeln endete mit zwei schlammigen Pfotenabdrücken in Bauchhöhe. Nach einem kurzen Abwimmeln hockte ich mich Richtung Raya. Sie schnüffelte vorsichtig. Der andere Hund stieg mir voller Euphorie auf die Schultern. Raya ging einen Tippelschritt zurück. Der andere Hund kreiste wie ein Propeller um mich herum. Raya war ein kleines zartes Pflänzchen, der andere Hund wie ein Wrestler, der schreit: "Liebe mich!"

 Als ich bei Ankunft von Leine und Geschirr aus dem Zwinger hinausschlüpfen wollte, war der Propellerhund schneller und flitzte wie ein junges Reh an allen Zwingern vorbei über die Wiese. Ich murmelte ein "Entschuldigung" während der rotzige, hyperaktiv wirkende Hund einen Namen bekam. Denn die Lady rief ihn "Suuuuuuuriiiiiiiii". "Naja, was soll's. Gehen wir eben mit Suri spazieren.", war unser Gedanke, während sie mit einem fetten Grinsen im Gesicht an den Tierheimgenossen vorbeischoss.

Passiert ist folgendes: Nach fünf Metern wussten Steve und ich : Das ist sie! Das ist unser erster eigener Hund!

Auch nach zwei weiteren Spaziergängen mit zwei anderen Hunden stand die Entscheidung fest. Suri sollte mit nach Leipzig kommen. Wann? Jetzt!
Und so saßen wir drei, glücklich und vom Regen bis auf die Schlüpper durchgeweicht, im Büro von Tierheimchefin Jana Feister, um alles Papier zu erledigen und danach unseren Hund frisch geduscht und heraus geputzt ins Auto zu packen.

 

 

 

 

Suri verhielt sich im Auto wie ein Deckchen. Und zuhause angekommen stellten wir fest: Das war die bisher beste Hauruck-Aktion unseres Lebens. Daran hat sich auch bis jetzt nichts geändert und lustig ist allemal, dass nun auch unsere Hundegeschichte anfängt mit: "Wir wollten nur mal schauen..."


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